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Ein
Burn-out-Syndrom ist ein Zustand ausgeprägter physischer und psychischer
Erschöpfung, der meist durch anhaltenden beruflichen Stress ausgelöst
wird. Zu den Stressfaktoren gehören z.B. hohes Arbeitsvolumen,
Zeitdruck, geringe Gestaltungsspielräume, paralleles Arbeiten an
mehreren Aufgaben, ständige Erreichbarkeit etc.
Nach einer aktuellen Statistik der KHK-Allianz leiden immer mehr
Versicherte unter psychischen Störungen, insbesondere unter dem Burn-out-Syndrom. Im Jahr 2010 sind die Fälle von Burn-out-Syndrom um
bis zu 46 Prozent gestiegen. Bezüglich der Entstehung des Burn-out-Syndroms gibt es verschiedene psychologische Erklärungsmodelle.
Es herrscht weitgehend Konsens darüber, dass die Entstehung des
Burn-out-Syndroms immer als Prozess zu verstehen ist, den man in Phasen
unterteilen kann. Diese Phasen könnte man folgendermaßen zusammenfassen:
Enthusiasmus – Stagnation – Frustration – Apathie - Burn-out.
Nach wie vor gibt es in
der internationalen Klassifikation der Erkrankungen keinen eigenen
Diagnoseschlüssel für das Burn-out-Syndrom. Es wird also derzeit noch nicht
als eigenständige Krankheit anerkannt.
Häufig liest man, dass sich hinter dem Burn-out-Syndrom eine Depression
verstecken könnte, insbesondere bei Männern. Experten der Burn-out-Forschung
warnen aber davor, das Burn-out-Syndrom einfach wie Depressionen zu
behandeln. Ein Burn-out-Syndrom ist in der Regel das Ergebnis von massiver
Erschöpfung, während Depressionen sonstiger Genese sich häufig in starker
Antiebslosigkeit zeigen.
Bei Depressionen liegen typischerweise erhöhte Cortisolspiegel vor. Im
Februar 2011 wurden die Ergebnisse einer kanadischen Studie publiziert, in
der mit Hilfe verschiedener Biomarker untersucht wurde, ob jemand infolge
von chronischem Stress eher zu Depressionen oder zu einem Burn-out-Syndrom
neigt. Das Ergebnis der Studie zeigte, dass potentielle Burn-out-Patienten
zahlreiche physiologische Fehlreaktionen aufwiesen und im Gegensatz zu
Depressionspatienten auffallend niedrige Cortisolspiegel im Speichel hatten.
Zur Behandlung des Burn-out-Syndroms kommen unterschiedliche therapeutische
Maßnahmen zur Anwendung, z.B. Ordnung des Lebensstils, Psychotherapie,
Ernährungsumstellung, eventuell Therapie mit Psychopharmaka. Eine sehr gute
Möglichkeit, das Burn-out-Syndrom nachhaltig zu bessern, ist eine gezielte
Therapie mit Mikronährstoffen. Mikronährstoffe beeinflussen verschiedene
Faktoren, die beim Burn-out-Syndrom eine Rolle spielen. Dazu gehören der
Neurotransmittermetabolismus, die antioxidative Kapazität, die
Mitochondrienfunktion, die Immunkompetenz, die Endothelfunktion etc. Im
Burn-out-Screening des Diagnostischen Centrums für Mineralanalytik und
Spektroskopie werden die relevanten Parameter bestimmt, die als Grundlage
für eine gezielte Therapie mit Mikronährstoffen dienen.
Homocystein
Homocystein ist zwar kein Mikronährstoff, aber
ein Stoffwechselprodukt, das sehr eng mit dem Vitamin-Haushalt verbunden ist.
Erhöhte Homocysteinkonzentrationen sind ein unabhängiger Risikofaktor für
Atherosklerose und thromboembolische Erkrankungen. Homocystein wird mit
Hilfe der Vitamine B6, B12 und Folsäure abgebaut, so dass erhöhte
Homocysteinkonzentrationen sehr häufig auch ein Hinweis auf eine
unzureichende Verfügbarkeit dieser Vitamine sind. Bei erhöhten
Homocysteinspiegeln kommt es zu einer Störung von Methylierungsreaktionen
und dadurch zu einer Beeinträchtigung des Neurotransmittermetabolismus und
der Neurotransmitterbalance. Mentaler Stress führt nicht nur zu einem
Anstieg der Sympathikusaktivität, sondern häufig auch zu einem Anstieg der
Homocysteinkonzentrationen.
Magnesium
Der Antistress-Mineralstoff Magnesium zeigt seine Wirksamkeit häufig bei
Übererregbarkeit, Schlaflosigkeit, Depressionen, Konzentrationsstörungen
etc. Im Hinblick auf das Burn-out-Syndrom ist auch bedeutsam, dass Magnesium
eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel spielt. Alle ATP-abhängigen
Stoffwechselreaktionen benötigen auch Magnesium. In einer Studie an 112
erwachsenen Frauen zeigte sich, dass das Risiko für Depressionen bei den
Frauen höher war, die die niedrigsten Magnesiumspiegel im Serum aufwiesen.
Calcium
Ein Calciummangel erhöht die Erregbarkeit der Nerven sowie die Krampfneigung
der Muskulatur.
Vitamin D
Die Vitamin-D-Versorgung ist in weiten Teilen der Bevölkerung unzureichend.
Neuere Untersuchungen zeigen, dass Vitamin D neben zahlreichen anderen
Stoffwechselfunktionen auch für neurokognitive Funktionen bedeutsam ist. Bei
sechzig- bis neunzigjährigen Personen bestand ein positiver Zusammenhang
zwischen der Vitamin-D-Konzentration und dem Ergebnis von Lern- und
Gedächtnistests. Außerdem scheint Vitamin D auch für die psychische
Befindlichkeit eine Rolle zu spielen.
Vitamin B1
Vitamin B1 spielt eine zentrale Rolle im Gehirnstoffwechsel. Das Gehirn
verwendet Glukose als primäre Energiequelle. Vitamin B1 ist das wichtigste
Coenzym für die Einschleusung von Kohlenhydratmetaboliten in den
Citratzyklus. Deshalb sind glukoseabhängige Zellsysteme wie die Neuronen in
besonderem Maß auf Vitamin B1 angewiesen. Vitamin B1 ist auch erforderlich
für die Bildung der Synapsen, das Wachstum der Axone, für die Myelinscheiden
und für den Neurotransmitter-Stoffwechsel. Vitamin B1 hat nur eine sehr
geringe Speicherkapazität, deshalb kann relativ leicht ein Mangelzustand
entstehen, der sich zunächst in Reizbarkeit, Müdigkeit, Schlafstörungen etc.
äußert.
Ferritin
Ferritin ist ein Eisenspeicherprotein, das sich am besten zur Beurteilung
der Eisenversorgung eignet. Eisen spielt nicht nur eine wichtige Rolle für
den Sauerstofftransport und für die Sauerstoffspeicherung, sondern auch für
die Bildung von Neurotransmittern, die mitochondriale ATP-Synthese, die
hepatische Entgiftungskapazität, die Endothelfunktion u.v.m. Eine
unzureichende Eisenversorgung ist häufig mit Erschöpfungsneigung,
Hirnleistungsstörungen etc. verbunden. Für die mentale und physische Fitness
ist also eine ausreichende Eisenversorgung unbedingt erforderlich.
Allerdings sollten die Ferritinkonzentrationen auch nicht zu hoch sein, da
eine überhöhte Eisenzufuhr oxidativen Stress erzeugt mit erhöhtem Risiko für
Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem sind hohe Ferritinkonzentrationen meist auch mit einer schlechteren psychischen
Befindlichkeit assoziiert. Insbesondere das Hämeisen aus Fleisch und Wurst
kann zu einer Eisenüberladung führen.
Carnitin
Carnitin wird für den Transport langkettiger Fettsäuren in die Mitochondrien
benötigt und ist deshalb für die mitochondriale Energieproduktion wichtig. Störungen der Mitochondrienfunktion können zu Müdigkeit
und Energiemangel führen. Eine Carnitinsupplementierung wurde nicht nur mit
Erfolg beim chronischen Müdigkeitssyndrom durchgeführt, Carnitin kann auch
generell bei Müdigkeitszuständen unterschiedlichster Art von Nutzen sein.
Coenzym Q10
Coenzym Q10 spielt eine zentrale Rolle für die mitochondriale ATP-Synthese
und ist einer der Mikronährstoffe, die die Mitochondrienfunktion
unterstützen. In einer Studie 2009 publizierten Studie wurden bei
depressiven Patienten signifikant niedrige Q10-Konzentrationen nachgewiesen.
Möglicherweise erklärt ein Q10-Mangel auch die Tatsache, dass Patienten mit
chronischem Stress und Depressionen vermehrt zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen
neigen.
Glutamin
Der Glutaminbedarf ist bei physischem und psychischem Stress deutlich erhöht
und kann durch die endogene Gutaminsynthese oft nicht ausreichend gedeckt
werden. Es kann also zu einer Glutaminverarmung des Organismus kommen, was
dann wiederum stressinduzierte gastrointestinale Störungen sowie eine
Immunschwäche fördert. Glutamin ist auch eine Ausgangssubstanz für die
Bildung des inhibitorischen Neurotransmitters GABA.
Tryptophan
Tryptophan ist die Ausgangssubstanz für die Bildung des Neurotransmitters
Serotonin, der maßgeblich an der Regulierung von Stimmung,
Schlaf-Wach-Rhythmus, Schermerzempfindung, Appetit, Sozialverhalten etc.
beteiligt ist. Eine unzureichende Tryptophanversorgung kann mit zahlreichen
physischen und psychischen Störungen einhergehen, z.B. Nervosität,
Schlafstörungen, Depressionen, Kopfschmerzen, Reizdarmsyndrom etc.
Chronischer Stress und/ oder eine entzündliche Stoffwechsellage induzieren tryptophanabbauende Enzyme, so dass es zu einem vermehrten Tryptophanabbau
kommen kann mit nachteiligen Effekten auf die psychische Empfindlichkeit.
Nur aufgrund einer Mikronährstoffanalyse lassen sich Mängel objektivieren.
Aufgrund der Laborergebnisse ist dann eine gezielte individuelle
Mikronährstofftherapie durchführbar.
Vorzugsweise empfehlen wir bei Burn-out die
Durchführung des
DCMS-Neuro-Checks.
Eine kleiner Alternative ist das
Burn-out-Screening.
Referenzen:
Wissenschaft.de, 23.02.2011: Achtung, Burnout! Neuartiger Test soll vor einem drohenden Ausbrennen warnen
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Hataikarn Nimitphong and Michael F. Holick: Vitamin D, neurocognitive functioning and immunocompetence; Current Opinion in Clinical Nutrition and Metabolic Care 2011, 14: 7-14
Aviva Fattal-Valevski, MD, MHA: Thiamine (Vitamine B1); Journal of Evidence-Based Complementary & Alternative Medicine 16(1) 12-20
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Vahdat Shariatpanaahi M et al.: The relationship between depression and serum ferritin level; Eur J clin Nutr. 2007 Apr; 61(4): 532-5
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Maes M et al.: Lower plasma coenzyme Q10 in depression: a Marker for treatment resistance and chronic fatigue in depression and a risk factor to cardiovascular disorder in that illness; Neuro Endocrinol Lett. 2009; 30(4): 462-9
Renato Cocchi, MD: The special role of glutamine as antistress agent and cell-mediated immunity fuel; Paper presented at ht 3rd World Congress on Stress, Dublin 24-27 sept. 2000
B. Leonard: The HPA and immune axes in stress: The involvement of the serotonergic system; European Psychiatry, Volume 20, Issue null, pages S302-S306
Burn-out-Screening
Bestimmt im Blut/ Serum werden:
• Glutamin
• Tryptophan
• Calcium
• Magnesium
• Ferritin
• Vitamin B1
• Vitamin D3
• Carnitin
• Coenzym Q10
• Homocystein
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