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Allergien
und Mikronährstoffe -
Allergie-Screening
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Blüten-
und Gräserpollen stellen für viele Allergiker ein großes Problem dar.
Die Mikronährstofftherapie ist eine sinnvolle adjuvante
Präventionsmaßnahme.
Bild: af photo, fotolia.com |
Nach
epidemiologischen Studien leiden fast 30 Prozent der Menschen in den
Industrieländern an Allergien. Den weitaus größten Anteil haben die
atopischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, Neurodermitis und allergisches
Asthma bronchiale. Zu den Ursachen allergischer Erkrankungen gehören neben
einer genetischen Prädisposition auch viele andere Faktoren wie
Umweltverschmutzung, ungesunder Lebensstil mit viel Stress, übermäßige
Hygiene, frühe Zufuhr von Nahrungsmittelallergenen (z.B. Kuhmilch) und
einigen mehr.
Ein häufiger Einsatz von Antibiotika im Kindesalter könnte an dem deutlichen
Anstieg der Allergien beteiligt sein.
Der Klimawandel verschlimmert die Situation für viele Allergiker, weil z.B.
die Saison für Gräserpollen heute 20 Tage früher beginnt und 24 Tage länger
andauert als noch vor 20 Jahren. Gleichzeitig hat sich die jährliche
Pollenmenge mehr als verdoppelt. Ein zweites wichtiges Problem - abseits des
Klimawandels - ist die Verbreitung von beifußblättrigem Traubenkraut
(Ambrosia), seine Pollen fliegen bis in den November und verlängern damit
die Heuschnupfensaison deutlich.
Bei der Behandlung von Allergien können neben den konventionellen
Antiallergika auch verschiedene Mikronährstoffe von Nutzen sein, weil sie
z.B. den Histaminabbau fördern, die TH1/ TH2-Balance modulieren,
antiinflammatorisch wirken etc.
Cystein
Cystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure mit einer freien Thiolgruppe
(SH-Gruppe). Thiolverbindungen wie Cystein und Glutathion spielen eine
wichtige Rolle für die Regulierung der Immunantwort. Bei Allergien liegt
typischerweise eine TH2-Immundominanz vor. Das Leitzytokin hierbei ist
Interleukin-4, das auch für die Bildung von IgE benötigt wird. Ein
Thiolmangel begünstigt eine TH2-Immunantwort, da für die Bildung von
TH1-Zellen und Zytokinen Thiolverbindungen zwingend erforderlich sind.
Methionin
Methionin ist eine essentielle schwefelhaltige Aminosäure, aus der im
Bedarfsfall auch Cystein und Glutathion gebildet werden können.
Grundsätzlich spielt Methionin eine wichtige Rolle für die Immunkompetenz.
Bei Allergien kann eine Methioninsupplementierung deswegen vorteilhaft sein,
weil Methionin die Methylierung von Histamin fördert und damit auch die
Inaktivierung des Histamins.
Magnesium
Magnesium ist an mehr als 300 Enzymreaktionen beteiligt. Magnesium hat bei
Patienten mit Asthma bronchiale häufig einen günstigen Effekt, weil es zu
einer deutlichen Bronchodilatation und allgemeinen Verbesserung der
Lungenfunktion führen kann.
Zink
Zink hat antiallergische und antientzündliche Eigenschaften. Physiologische
Zinkkonzentrationen verhindern die Histaminausschüttung aus basophilen
Granulozyten und Mastzellen.
Mastzellen setzen im Rahmen einer allergischen Reaktionen verschiedene
Entzündungsmediatoren frei, wodurch es neben einer erhöhten
Entzündungsaktivität auch zu einem oxidativen Stress kommt. Zink ist ein
wichtiges antioxidatives Spurenelement und auch aus diesem Grund wichtig für
die Prävention und Behandlung allergischer Erkrankungen.
Calcium
Calcium besitzt juckreizstillende und antiallergische Eigenschaften. Es
vermag die durch Histamin hervorgerufene Quaddelbildung und Hautrötung zu
vermindern.
Vitamin D
Ein starkes Übergewicht an T-Helferzellen vom Typ 2 (TH2) ist typisch für
allergische Erkrankungen. Im Gegensatz dazu führt ein starkes
TH1-Übergewicht zu schwerwiegenden Autoimmunerkrankungen. Vitamin D ist ein
wichtiger immunmodulatorischer Mikronährstoff. Die derzeitige Datenlage
lässt den Schluss zu, dass sowohl ein Vitamin-D-Defizit als auch ein
Vitamin-D-Überschuss das Risiko allergischer Reaktionen erhöhen kann. Bei
Vitamin-D-Konzentrationen kleiner als 10 ng/ ml waren die
IgE-Konzentrationen um 29 Prozent höher und bei Personen mit
Vitamin-D-Konzentrationen größer als 54 ng/ ml um 56 Prozent höher als bei
Personen mit mittleren Vitamin-D-Konzentrationen.
Menschen mit bekannten Allergien sollten also mit Vitamin-D-Einnahmen
besonders umsichtig sein.
Im Februar 2011 wurde eine Studie im Journal of Allergy and clinical
Immunology publiziert, in der bei Kindern und Jugendlichen der Zusammenhang
zwischen der Vitamin-D-Konzentration und der Allergiehäufigkeit untersucht
wurde. Dabei zeigte sich eindeutig, dass Kinder mit einem Vitamin-D-Mangel
(Vitamin D < 15 ng/ ml) ein deutlich erhöhteres Allergierisiko aufwiesen als
Kinder mit einem Vitamin-D-Spiegel > 30 ng. Zum Beispiel traten
Erdnussallergien bei Kindern mit einem Vitamin-D-Mangel 2,4fach häufiger
auf. Bereits in einer früheren Studie wurde nachgewiesen, dass verminderte
Vitamin-D-Spiegel bei Kindern mit einem erhöhten Glukokorticoidverbrauch bei
der Asthmabehandlung verbunden sind.
Vitamin C
Vitamin C ist ein wichtiges wasserlösliches Antioxidans. Bei verschiedenen
atopischen Erkrankungen wie der Neurodermitis oder der Rhinitis allergika
konnte ein oxidativer Stress nachgewiesen werden. Niedrige
Vitamin-C-Konzentrationen waren auch mit einem erniedrigten Asthmarisiko
assoziiert.
Vitamin E
Vitamin E ist das wichtigste fettlösliche Antioxidans. Höhere
Vitamin-E-Konzentrationen waren mit niedrigeren IgE-Spiegeln assoziiert. Bei
Schulkindern mit Asthma und Rhinitis allergika wurden vermehrt niedrige
Vitamin-E-Spiegel nachgewiesen.
Vitamin B6
Bei Asthmapatienten wurden im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen zum
Teil signifikant niedrigere Vitamin-B6-Spiegel im Plasma nachgewiesen.
Die Einnahme mancher Asthmamedikamente, z.B. Theophyllin, vermindert die
Vitamin-B6-Spiegel bei Kindern mit Asthma.
Referenzen:
• Stuttgarter Zeitung, 31.01.2011: Klimawandel verstärkt den Pollenflug
• ORF.at, 03.04.2010: Antibiotika mit schuld an Anstieg der Allergien?
• Hasan AA et al.: Allgergen-driven suppression of thiol production by human
dendritic cells and the effect of thiols on T cell function; Immunobiology
2009; 214(1): 2-16
• Uciechowski P et al.: TH1 and TH2 cell polarization incrases with aging
and is modulated by zinc supplementation; Exp Gerontol. 2008 May; 43(5):
493-8
• Marone G et al.: Physiological concentrations of zinc inhibit the release
of histamine from human basophils and lung mast cells; Agents Actions. 1986
Apr; 18(1-2): 103-6
• Bakkeheim E et al.: Altered oxidative state in schoolchildren with asthma
and allergic rhinitis; Pediatr Allergy Immunol. 2011 Mar; 22(2): 178-85
• Sausenthaler S et al.: Vitamin E intake in relation to allergic
sensitization and IgE serum concentration; Cent Eur J Public Health. 2009
Jun; 17(2): 79,85
• Shimizu T et al.: Theophylline attenuates circulating vitamin B6 levels in
children with asthma; Pharmacology. 1994 Dec; 49(6): 392-7
• Pta-forum.de: Magnesium unterstützt die Therapie
Allergie-Screening
Bestimmt im Blut/ Serum werden:
• Cystein
• Methionin
• Calcium
• Magnesium
• Zink
• Vitamin C
• Vitamin E
• Vitamin D3
• Vitamin B6
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